Casa di Riposo per Musicisti G. Verdi (Mailand)
Die Casa di Riposo per Musicisti (wörtlich: „Altersresidenz für Musiker“) ist ein Haus für pensionierte -verarmte-Opernsänger und Musiker in Mailand, das Giuseppe Verdi 1896 gründete und errichten ließ. Vor dem Gebäude steht auch seine Statue. Der Bau wurde vom italienischen Architekten Camillo Boito, dem Bruder von Verdis Librettisten und Freund Arrigo Boito, entworfen, ist im neugotischen Stil gehalten und zählt heute zu den bedeutendsten philanthropischen Projekten Verdis.
Verdis und Strepponis Ruhestätte
Sowohl Giuseppe Verdi als auch seine Frau Giuseppina Verdi Strepponi wurden in einer eigens dafür errichteten Krypta innerhalb des Hauses beigesetzt; die Beisetzung erfolgte einen Monat nach Verdis Tod im Hotel Milano am 26. Februar 1901, Giuseppina Verdi war bereits am 14. November 1897 verstorben.
Filmische Würdigung
1984 drehte der Schweizer Regisseur Daniel Schmid den Dokumentarfilm Il Bacio di Tosca, der das Leben der Bewohner der Casa eindrucksvoll porträtiert und weltweit Beachtung fand.
Verdis eigene Worte bezüglich die CASA...
In einem seiner letzten Briefe schrieb Verdi an seinen Freund, den Bildhauer Giulio Monteverde: „Von all meinen Werken gefällt mir die Casa, die ich in Mailand habe bauen lassen, damit dort ältere Sänger und Musiker – arme und liebe Gefährten – beherbergt werden können, die nicht vom Glück begünstigt wurden oder die, als sie jung waren, nicht die Tugend hatten, ihr Geld anzusparen, am besten.“
Entstehungsgeschichte
Bereits 1888 ließ Verdi in Villanova sull’Arda, nahe seinem Landsitz in Sant’Agata, ein Krankenhaus errichten und auch vollständig ausstatten. Und im darauffolgenden Jahr wandte er sich einem neuen philanthropischen Projekt zu: einem Heim für pensionierte -verarmte- Opernsänger und Musiker, die in Not geraten waren. Und 1889 schrieb er seinem Verleger Giulio Ricordi, dass er in Mailand ein großes, unbebautes Grundstück außerhalb der Porta Garibaldi erworben habe, auf dem er seine Casa di Riposo errichten wolle. Mittels eines Interviews in der Gazzetta Musicale di Milano machte er 1891 seine Pläne öffentlich.
Die Bauarbeiten begannen aber erst 1896, doch in den Jahren davor trafen sich Verdi und seine Gattin häufig mit Camillo Boito, um das Projekt sorgfältig zu planen. Verdi informierte sich zudem intensiv über die Organisation anderer Altenhospize.
Finanzierung und Eröffnung
In seinem Testament von 1895 traf Verdi Vorkehrungen zur langfristigen Finanzierung der Casa, indem er die künftigen Tantiemen aus seinen Opern der Casa di Riposo per Musicisti – Fondazione Giuseppe Verdi – vermachte. Mittels sein entgültiges Testament von 14. Mai 1900, wurde dieser Wunsch wiederholt.
Die Bauarbeiten wurden 1899 abgeschlossen; Verdi verfügte jedoch, dass die ersten Bewohner erst nach seinem Tod einziehen sollten.
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