Die Stiftung 1 (Zweiter Teil)

Die Internationale Giuseppe Verdi Stiftung wurde – wie bereits gesagt gegründet, um das kulturelle, musikalische und menschliche Erbe Giuseppe Verdis zu schützen, zu erforschen und international sichtbar zu machen.

Ein weiteres zentrales Gründungsmotiv war die damals drohende Schließung des 1959 gegründeten und 1961 eröffneten Istituto di Studi Verdiani in Parma. Dieses Institut war über Jahrzehnte ein weltweit geschätzter Ort der Verdi‑Forschung und zugleich das Lebenswerk seines Gründers Mario Medici, der die Idee eines solchen Instituts bereits 1951 – kurz nach Verdis 50. Todesjahr – entwickelte.

Als sich dann Ende 2007 die Ankündigungen einer endgültigen Schließung immer mehr häuften, entstand – wie gesagt – die Internationale Giuseppe Verdi Stiftung als starke Stimme für den Erhalt dieser bedeutenden Institution. Im März 2008 wurde das Institut dennoch vorübergehend geschlossen: offiziell wegen eines bevorstehenden Umzugs, inoffiziell, weil scheinbar keine Mittel mehr vorhanden waren, um die laufenden Kosten zu decken. 

Kurz nach dem Eintreten dieser für die Verdi‑Forschung erschreckenden Situation wurde deutlich, dass die Stiftungsgründung aus einem weiteren Grund sinnvoll war: der seit vielen Jahren schwelende, Verdi unwürdige Streit um sein Erbe, verbunden mit einem nicht mehr auffindbaren Testament. Darüber weiterlesen? (Klicke hier)

Das Ergebnis dieses verschwundenen Testaments zeigt das hier unten platzierte aktuelle Bild: Giuseppe Verdis vollständig vernachlässigtes Haus – jenes Haus, in dem er nahezu alle seine Meisterwerke komponierte, von dem aus er seine rund 930 Hektar große Landwirtschaft leitete und von dem aus er darüber hinaus täglich einen überwachenden Blick auf das Krankenhaus werfen konnte, das er 1886/1887 für die Allerärmsten hatte bauen lassen.

Das Ergebnis des verschwundenen Testament war weiter, der September 2022  durch das Gericht in Parma gezwungen beenden der mehr als 20 Jahre  andauernden Streits – eher eines gegenseitigen Krieges und es damit verknüpfte Urteil, dass die Villa Verdi, der Park, alle persönlichen Gegenstände sowie das umfangreiche Archiv mit Tausenden Dokumenten verkauft bzw. zwangsversteigert werden sollen. Zum Glück gehörten zu diesem Zeitpunkt die fast 6000 Musikskizzen Verdis nicht mehr dazu: Im Auftrag des damaligen italienischen Kulturministers Dario Franceschini waren diese – trotz heftiger Proteste und Gerichtsdrohungen der Carrara‑Verdi‑Familienmitglieder – bereits zuvor in das Archivio di Stato in Parma gebracht worden. Inzwischen betrifft dies auch mehrere Dutzendtausend weitere Dokumente. Diese befinden sich aktuell im Archivio di Stato in Piacenza.

Bis heute ist der Verkauf von Verdis Landgut glücklicherweise nicht erfolgt, weil der italienische Staat sich mittels eines Enteignungsverfahrens das Eigentum als nationales Kulturdenkmal gesichert hat. Das war jedoch nur möglich durch die Auszahlung einer sehr hohen Ablösesumme von 8 Millionen Euro – zum Glück weit weniger als die ursprünglich geforderten 30 Millionen.

Im Sinne der Rettung der Villa und des Parks ist eine Sanierung gut möglich. Doch hängt dies nicht allein von finanziellen Mitteln ab, sondern ebenso davon, dass die richtigen Träger und Institutionen Verantwortung übernehmen. Zu diesem Zweck wurde Anfang dieses Jahres (2026) über die Gründung einer Stiftung gesprochen. Geschehen ist bisher jedoch nichts.

UND WEIL SCHEINBAR NICHTS GESCHIEHT, MÖCHTE DIE INTERNATIONALE GIUSEPPE VERDI STIFTUNG – IN ABSPRACHE MIT DEN ÖRTLICHEN BEHÖRDEN – VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN.

Fühlen Sie sich in welcher Form auch immer berufen oder inspiriert, mitzumachen und Unterstützung zu leisten, nehmen Sie bitte Kontakt auf: E‑Mail: sekretariat(at)igvs(dot)eu Telefon: +49 160 94177433